Bücher und Texte

Nachfolgend eine Auswahl meiner publizistischen Projekte.

Ab Frühjahr 2019: "Geschichts- und Kulturpfad Othmarschen"

Othmarschen - das sind die Villen an der Elbchausee und die Häuschen in Oevelgönne, aber ebenso der Elbtunnel, die inzwischen sechste Teufelsfigur an der gleichnamigen Brücke und der aktuelle Streit um die Walderseestraße. Vom kommenden Jahr an können Sie auf dem "Geschichts- und Kulturpfad Othmarschen" die Entwicklung des Stadtteils in seinen kulturellen, wirtschaftlichen und baugeschichtlichen Facetten erkunden. An 15 Stationen werden Tafeln aufgestellt, die auf Besonderheiten in der Umgebung aufmerksam machen. Über einen QR-Code gibt es weiterführende Informationen. Die Tour ist aufgrund ihrer Länge als Radrundfahrt konzipiert. Das Projekt habe ich zusammen mit meiner Kollegin Birgit Gewehr im Auftrag des Stadtteilarchivs Ottensen umgesetzt. Gefördert wurde es vom Bezirksamt Altona.

 

"Geschichts- und Kulturpfad Othmarschen", Tafel-Rundgang. Eröffnung 2019.

Unbequeme Denkmäler - um was wird eigentlich gestritten?

Die meisten Orte, um die in Hamburg gestritten wird oder bei denen sich ein Konflikt anbahnt, stehen unter Denkmalschutz und befinden sich in der Innenstadt. Trotzdem ist das, was an ihnen unbequem ist, größtenteils wenig bekannt: So befinden sich beispielsweise in den Räumen im Sockel des Bismarck-Denkmals nationalsozialistische Wandmalereien - sollen sie nach der 2019 geplanten Sanierung zugänglich sein? Und ist eine Gedenktafel zur Ehrung der Sodaten, die im Krieg gegen die "Boxer" in China zu Tode kamen mit unserem heutigen Geschichtsverständnis zu vereinbaren, noch dazu an einen friedvollen Ort wie der Hauptkirche St. Michaelis? Mit solchen Fragen haben sich Studierende des Arbeitsfeldes "Public History" von der Universität Hamburg unter meiner Leitung in einem Projektseminar beschäftigt. Die Ergebnisse sind in einer kleinen Publikation zusammengefasst, die das St. Pauli-Archiv herausgegeben hat.

 

Hamburgs umstrittene Orte. Zum Umgang mit unbequemen Denkmälern. Broschüre, 34 Seiten, 2018. Erhältlich beim St. Pauli-Archiv oder auf meinen Rundgängen

Fliegende und schwimmende Denkmäler

In Hamburg gibt es rund 15.300 unterschiedliche Denkmäler - Gebäude, Orte und Bodendenkmäler. Jedes von ihnen hat seine ganz eigene Geschichte. Die von einigen kann inzwischen in einer Flyer-Reihe des Denkmalschutzamtes, überblicksartig und in handlichem Format, nachgelesen werden. Dabei sind auch das einzige fliegende Denkmal der Stadt, das 1936 gebaute Motorflugzeug Ju 52, und ein schwimmendes Denkmal, der Stückgutfrachter Cap San Diego von 1962 - beide geschrieben von mir. Ein weiterer Flyer, den ich erstellt habe, erzählt die Geschichte der Amsinck-Villa, ein über drei Jahre aufwändig saniertes Gebäude in Lokstedt aus dem Jahr 1868. Sie ist jetzt eine Kita - aktuell die wohl repräsentativste der Hansestadt.

 

Flyer der Reihe "Denkmalpflege Hamburg", Denkmalschutzamt Hamburg, Behörde für Kultur und Medien, 2018.

Von geschwungenen Dächern und geretteten Türmen

Im Ch. Links Verlag ist in 2018 der Tagungsband "Alles Platte? Architektur im Norden der DDR als kulturelles Erbe" erschienen, den ich redaktionell betreut habe. Er beinhaltet 17 Beiträge von Autorinnen und Autoren aus der Denkmalpflege, der Kunstgeschichte, der Archäologie, der Architektur und der Praxis. Sie setzen sich unter anderem mit Plattenbauten in Rostock auseinander, zeigen die Besonderheit der geschwungenen Betonschalen-Dächer von Ulrich Müther auf und berichten von der Rettung eines Grenzturms in Kühlungsborn. Sie fragen auch danach, wieviel von der Geschichte des "Kolosses von Prora" sichtbar bleiben wird. 

 

Landesamt für Kultur und Denkmalpflege Mecklenburg-Vorpommern (Hg.): Alles Platte? Architektur im Norden der DDR als kulturelles Erbe. Berlin 2018.

Was tun Gebäude mit Menschen?

Was können Gebäude bewirken? Welchen Einfluss haben sie auf die Menschen in ihrer Umgebung, ein Viertel oder eine Stadt? Diesen Fragen bin ich am Beispiel der Schiller-Oper in Hamburg nachgegangen. In meinem Buch stelle ich das an ihr entwickelte "Atmosphären-Netzwerk-Modell" vor. Dabei wird deutlich, wie weit Baumaterialien, Konstruktionen, Form und Lage von Gebäuden Aushandlungsprozesse beeinflussen. Auch für Diejenigen, die mehr an der Geschichte der Schiller-Oper als an den theoretischen Inhalten interessiert sind, bietet das Buch reichlich Lesestoff: Erstmals komplett und detailliert, von der Bau-Idee 1889 bis zum Jahr 2015, wird die Historie dokumentiert. Mehr dazu beim Chronos Verlag und in einer Rezension auf H-Soz-Kult.

 

Anke Rees: Das Gebäude als Akteur. Architekturen und ihre Atmosphären. Kulturwissenschaftliche Technikforschung, Band 5. Zürich 2016.